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Zu Text und Bild bei Leonardo da Vinci: Eine mediengeschichtliche Kritik des Einsatzes verbaler und visueller Darstellungsmittel in der italienischen Renaissance (Europische Hochschulschriften / European University Studies / Publications Universitaire ..

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Zu Text und Bild bei Leonardo da Vinci: Eine mediengeschichtliche Kritik des Einsatzes verbaler und visueller Darstellungsmittel in der italienischen Renaissance (Europische Hochschulschriften / European University Studies / Publications Universitaire .., Caris-Petra Heidel, 9783631399880

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Aus Leonardos knstlerischem Werk und seinen umfangreichen schriftlichen Ausfhrungen werden von der Kunstgeschichte hufig Zusammenhnge abgeleitet, die einer genauen berprfung nicht standhalten. Die Vorstellung vom Universalgenie erweist sich zu groen Teilen als Wunschkonstruktion. Leonardo, der sich selbst auch als schreibender Wissenschaftler versteht, vermag sich schriftlich nicht systematisch auszudrcken und seine durch Beobachtung und Zeichnung gewonnenen Erkenntnisse zu ordnen. Auf tausenden von Blttern ist kaum ein einziges Notat lnger als eine Seite und zwischen den vielen Einzelnotizen fehlen bergeifende geistige Verknpfungen. Fr wesentliche Werke kann es zudem keinerlei Einflu der Texte auf seine Praxis geben, denn Leonardo bleibt bis etwa zu seinem 35. Lebensjahr schriftstellerisch stumm. Seine Bildsprache ist jedoch schon aufs hchste ausdifferenziert, viele bedeutende Werke sind vollendet, bevor ihr Urheber die erste theoretische Zeile zu Papier bringt. Auch seine Zeichentechnik hat Leornado zu diesem Zeitpunkt bereits perfektioniert. Sein Einsatz von Text und Bild erfordert daher eine genauere Untersuchung. Mit welcher Zielsetzung und welchen Mitteln Leonardo zeichnen und schreiben mu, zeigen die Befragungen von Leonardos Exkursionen u. a. in die Bereiche der Anatomie, Technik, Perspektive, Proportion, Komposition und des Sfumato sowie auch die Analyse des Layouts seiner Notizbcher. Zusammengefhrt werden die Beobachtungen zu wrtlichen, zeichnerischen und gemalten Weltdeutungen in einer Analyse des auch fr die Leonardo-Rezeption paradigmatischen Blattes: Mann-im-Kreis-und-Quadrat. Unausgesprochen, aber nachweisbar, vereinen die Bereiche Text und Bild kein kohrentes Wissensgebude, sondern das Verlangen nach Autonomie der Kunst. Selbst in den Irrtmern des schriftstellernden Wissenschaftlers unternimmt Leonardo nichts anderes als die radikale Befreiung des Bildes.

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